Ruhestand

Versetzung in den Ruhestand

Ständige Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg treten mit Ablauf des Monats in den Ruhestand, in welchem sie die Altersgrenze erreichen.

Pfarrerinnen und Pfarrer der Geburtsjahrgänge ab 1964 erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 67. Lebensjahres. Pfarrerinnen und Pfarrer der Geburtsjahrgänge bis 1946 traten regelmäßig noch nach Vollendung des 65. Lebensjahres in den Ruhestand. Für Pfarrerinnen und Pfarrer der Geburtsjahrgänge 1947 bis 1963 wird die Regelaltersgrenze stufenweise angehoben.

Der frühestmögliche Zeitpunkt einer Zurruhesetzung auf Antrag ist die Vollendung des 63. Lebensjahres. Bei Vorliegen von Schwerbehinderung oder bei Eintritt von Dienstunfähigkeit gelten besondere Regelungen.

Rechtsgrundlagen für die Zurruhesetzung sind §§ 87 bis 95 PfDG.EKD und §§ 54, 55 WürttPfG.

Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand behalten Auftrag und  Recht zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung.

Auszug aus der Dienstwohnung

Mit dem Eintritt in den Ruhestand verliert die Pfarrerinnen bzw. der Pfarrer den Anspruch auf freie Dienstwohnung. Für den Auszug aus der Dienstwohnung wegen Versetzung in den Ruhestand wird eine Umzugskostenvergütung gewährt.

Nicht immer können die Termine der Zurruhesetzung und des Auszugs aus der  Dienstwohnung direkt nacheinander gelegt werden. Darum gibt es Übergangslösungen.

Der Umzug vor der Zurruhesetzung

Auf Antrag kann bis zu einem halben Jahr vor der Zurruhesetzung eine Befreiung von der Residenzpflicht aus dienstlichen oder persönlichen Gründen genehmigt werden, wenn die Zustimmung des Kirchengemeinderates und der Visitatorin bzw. des Visitators vorliegt.

Bei einer Befreiung aus dienstlichen Gründen erhält die Pfarrerin bzw. der Pfarrer für diesen Zeitraum das nicht um den Betrag des Dienstwohnungsausgleichs verminderte Grundgehalt.

Bei einer Befreiung aus persönlichen Gründen erhält die Pfarrerin bzw. der Pfarrer das um den Betrag des Dienstwohnungsausgleichs verminderte Grundgehalt.

Der Umzug nach der Zurruhesetzung

Wenn eine Pfarrerin bzw. ein Pfarrer aus persönlichen Gründen nach Beendigung ihres bzw. seines Dienstauftrags noch länger in der Dienstwohnung wohnen möchte, kann vom Oberkirchenrat im Einzelfall eine Räumungsfrist gewährt werden. Zuvor muss mit dem Wohnlastpflichtigen die Renovierungsfrage geklärt sein. Ist die Stelle ausgeschrieben und mit einer baldigen Neubesetzung zu rechnen, kann zumindest keine längere Räumungsfrist gewährt werden.

Wohnt die Pfarrerin bzw. der Pfarrer allerdings länger als drei Monate nach Beendigung des Dienstauftrages in der ehemaligen Dienstwohnung, verfällt im Regelfall der Anspruch auf Umzugskostenvergütung. Auf Antrag kann eine Verlängerung dieser Drei-Monats-Frist gewährt werden.

Wird eine Dienstwohnung nach Beendigung des Dienstauftrages weiterhin bewohnt, ist eine Nutzungsentschädigung i. d. R. in Höhe des seither zu versteuernden Mietwerts an den Wohnlastpflichtigen zu bezahlen.

Die Ruhestandswohnung

Um die Arbeit der Nachfolgerin bzw. des Nachfolgers im Pfarramt nicht zu erschweren, ist es im Interesse der Pfarrerschaft und des Oberkirchenrats, dass die Ruhestandswohnung nicht am letzten Dienstort liegt. Wir bitten Sie, dies bei der Wahl des Ortes zu berücksichtigen.

Es empfiehlt sich, dass die Ruhestandswohnung zur Sicherheit für unvorhersehbare Entwicklungen schon einige Zeit vor dem Zeitpunkt der Pensionierung bereit steht. Beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses bzw. einem Neubau kann bis zur eigenen Nutzung eine Vermietung vorgeschaltet werden. Allerdings ist hierbei größte Vorsicht geboten, da auch bei begründetem Eigenbedarf die Durchsetzung eines Räumungsanspruchs sehr schwierig sein kann.

Als Alternative bietet sich ein zeitlich befristeter Mietvertrag an. Juristische Beratung durch einen Fachanwalt oder einen Interessenverband (z. B. Haus- und Grundbesitzerverein) ist hierbei dringend zu empfehlen.

Bei der Frage der Finanzierung einer Ruhestandswohnung empfiehlt es sich, die sachkundige Hilfe durch eine Bank, eine Bausparkasse, eine Versicherung, einen Immobilienmakler oder einen  Steuerberater in  Anspruch zu nehmen und Vergleichsangebote einzuholen. Auskünfte zur zu erwartenden Höhe Ihres Ruhegehaltes erhalten Sie auf Anfrage im Referat 3.1 (siehe unter „Versorgung, Rentenversicherung, Altersgeld“).

Für eine solide Finanzierung sollten so viel Eigenmittel wie möglich eingesetzt werden, während die monatliche Belastung für Zins und Tilgung eher niedriger angesetzt werden sollte, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können und für außergewöhnliche Belastungen noch Reserven zu haben.

Ruhegehalt, Beihilfe und Krankenversicherung

Näheres zum Ruhegehalt finden Sie unter „Versorgung, Rentenversicherung, Altersgeld“.

Eine Beihilfeberechtigung besteht auch im Ruhestand fort. Wer als aktive Pfarrerin oder Pfarrer bei der Krankheitshilfe des Evangelischen Pfarrvereins versichert war, bleibt dies auch im Ruhestand.

Kuren und Reha-Maßnahmen sind wie in der aktiven Dienstzeit beihilfefähig, wobei die vorherige Genehmigung des KVBW einzuholen ist. Die einmal abgegebene Erklärung, für einen monatlichen Betrag (zur Zeit € 22; Stand: Feb. 2015) die Wahlleistungen im Krankenhaus in Anspruch nehmen zu wollen, gilt weiterhin.

Vorsorge und Testament

Sterben und Tod sind für Pfarrerinnen und Pfarrer nichts Neues. Und doch ist es etwas ganz Anderes, davon irgendwann einmal in der eigenen Familie betroffen zu sein. Von Patientenverfügungen über Vollmachten bis zum Testament sind zahlreiche Dinge zu bedenken, auch angesichts einer immer komplizierter werdenden Rechtslage. Die Broschüre „Was tun bei einem Sterbefall“ und der Link zu „Patientenverfügungen und Vollmachten“ auf der Homepage des württembergischen Pfarrvereins geben wertvolle Anregungen und Hinweise (www.pfarrverein-wuerttemberg.de).

Der Weg in den Ruhestand

Wenn Sie diese Zeilen lesen, weil das Ende Ihrer aktiven Dienstzeit näher kommt, wird dies bei Ihnen vermutlich zwiespältige Gefühle hervorrufen: Erleichterung in der Erwartung, dass die berufliche Belastung nun wegfallen wird; aber auch die Furcht vor einer Leere, wenn der Dienst, der für Jahrzehnte Ihr Leben geprägt hat, beendet ist.

Eine Vorruhestandsregelung als Übergangsphase gibt es für Pfarrerinnen und Pfarrer nicht. Aber es gibt andere Möglichkeiten wie die Wahrnehmung eines eingeschränkten Dienstauftrages und Sie sind eingeladen, gerne auch in Absprache mit Kirchenrätin Margund Ruoß, das Ende Ihrer Berufsbiographie und den Übergang in den Ruhestand planvoll zu gestalten.

Mit dem Beginn des Ruhestandes muss nicht auf jegliche berufliche Tätigkeit verzichtet werden.

Durch zahlreiche Vertretungsdienste entlasten unsere Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand die aktiven Kolleginnen und Kollegen und helfen mit, so manche Vakatur zu überbrücken. Für diese besondere Form des ehrenamtlichen Engagements sind wir sehr dankbar.

In der Rubrik „Rund ums Geld“ erhalten Sie weitere Informationen zu finanziellen Fragen zum Ruhestand unter „Versorgung, Rentenversicherung, Altersgeld

Kontakt

Bild von Margund Ruoß

Kirchenrätin Margund Ruoß

Referatsleitung

Regina Staudenmayer

Assistenz Ständiger Pfarrdienst

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